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Ehemalige Kinder und Jugendliche

Im Diakonieverbund Schweicheln e.V. wurden in den vergangenen über 100 Jahren seiner Geschichte weit über 20.000 Kinder und Jugendliche betreut. Die im Einzelfall sehr unterschiedlich lange Zeit der Heimerziehung hat die Menschen für ihr gesamtes weiteres Leben geprägt. Zahlreiche Menschen bewerten diese prägende Zeit positiv und für sie förderlich. Für einige war es aber auch eine Zeit mit negativen Auswirkungen auf ihr weiteres Leben. Wir möchten Ihnen, die Sie durch eine der Einrichtungen oder Gesellschaften im Diakonieverbund Schweicheln e.V. betreut wurden, ermutigen mit uns in Kontakt zu treten.

Vielleicht

  • interessiert es Sie ja, was jetzt los ist z. B. in der Ev. Jugendhilfe Schweicheln?
  • möchten Sie wissen, ob eine Erzieherin oder ein Erzieher noch in der Gruppe arbeitet, in der Sie betreut wurden?
  • möchten Sie zum Jahresfest eingeladen werden?
  • möchten Sie einen Einblick in Ihre Akte haben?

Wir freuen uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen. Sie können dies am einfachsten per mail machen. Senden Sie eine mail an: Info@diakonieverbund.de

Oder melden Sie sich per Telefon unter folgender Telefonnummer: 05221/960 106 Frau Eckart.

Die Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren

Diese Zeit war geprägt vom gesellschaftlichen Wiederaufbau der Bundesrepublik und von gewaltigen gesellschaftlichen Umbrüchen. Für einige Menschen, die damals im Rahmen der Heimerziehung im Diakonieverbund Schweicheln e. V. betreut wurden, war diese Zeit aus heutiger Sicht geprägt von negativen Auswirkungen auf ihr weiteres Leben. Sie fühlen sich missachtet und manchmal missbraucht sowie verletzt und beschädigt für ihr weiteres Leben.

Wir beschäftigen uns mit dieser Thematik seit dem Jahr 2007 und haben durch Gespräche mit Ehemaligen viel gelernt über diese Zeit der Heimerziehung. Um noch besser zu verstehen, welche Bedingungen in der Heimerziehung zu der Zeit vorlagen, haben wir in Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz und der Universität Bielefeld insgesamt drei Untersuchungen unserer Kinder- und Jugendlichenakten der Ev. Jugendhilfe Schweicheln durchgeführt, um auf diesem Wege zu erfahren, in wie vielen Akten von Beschwerden von Eltern, Kindern und Jugendlichen zu lesen ist und wie laut Aktenlage damit umgegangen wurde.

Desweiteren wurde in den Untersuchungen recherchiert, unter welchen Bedingungen Arbeitserziehung in der damaligen Zeit stattfand. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier.

Die Stichprobenuntersuchung hat ergeben, dass in 15 % der Akten Hinweise auf Beschwerden vorlagen. Erschreckend ist aus heutiger Sicht der Umgang mit diesen Beschwerden durch die Heimleitung und das Landesjugendamt. Es wurden offensichtlich keine Kinder bzw. Jugendliche zu den konkreten Vorkommnissen konkret befragt. In den Akten ist leider niemals zu lesen "das Kind xy hat dazu folgendes zu sagen ...". Das ist glücklicherweise heute ganz anders. Aber für die Ehemaligen aus dieser Zeit ist das eine sehr schlimme Erfahrung gewesen, die die häufig gefühlte Ohnmacht des einzelnen Kindes bzw. Jugendlichen in der Zeit verdeutlicht.

Wir müssen erkennen, dass im Diakonieverbund Schweicheln e. V. neben den vielen Kindern und Jugendlichen, die sich wohl bei uns gefühlt haben, auch Kindern und Jugendlichen Unrecht geschehen ist. Das bedauern wir ausdrücklich und entschuldigen uns für das aus heutiger Sicht erlittene Unrecht.

Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Bundesregierung seit Februar 2009 einen Runden Tisch zur Heimerziehung der 50er und 60er Jahre eingerichtet hat und freuen uns sehr, dass unser Vorstandsmitglied Herr Rainer Kröger in seiner Funktion als Vorsitzender des AFET-Bundesverband für Erziehungshilfe e. V. als Mitglied des Runden Tisches berufen wurde. Die Erkenntnisse des Runden Tisches sind somit direkt in die Arbeit des Diakonieverbundes Schweicheln e.V. eingeflossen.

Gerne können Sie sich auch an die Stiftung Anerkennung und Hilfe wenden.